Du hast deinen Human Design Chart vor dir und fragst dich: Was bedeutet das alles eigentlich?
Zahlen, Linien, Planetensymbole, farbige und weiße Kästchen, verschiedene Begriffe und vielleicht sogar vier kleine Pfeile am Kopf deiner Körpergrafik – gerade beim ersten Blick kann ein Human Design Chart ziemlich komplex wirken.
Wo fängt man an?
Was gehört zusammen?
Und welche Information sagt eigentlich was über dich aus?
Genau das schauen wir uns in diesem Artikel gemeinsam an.
Ich zeige dir Schritt für Schritt, was du in deinem Human Design Chart findest und was die einzelnen Angaben grundsätzlich bedeuten.
Du hast noch keinen Chart? Dann kannst du ihn hier erstellen:
Am besten öffnest du deinen eigenen Chart direkt neben diesem Artikel oder druckst ihn dir aus. Dann kannst du beim Lesen immer wieder hineinschauen und die einzelnen Elemente direkt in deinem eigenen Design entdecken.
Dabei musst du nicht versuchen, sofort alles zu verstehen. Human Design besteht aus vielen unterschiedlichen Ebenen. Es geht nicht darum, möglichst schnell möglichst viel Wissen anzusammeln, sondern nach und nach zu erkennen, was dein Chart dir eigentlich zeigt.
Also: Hol deinen Chart dazu und lass uns gemeinsam hineinschauen.
Inhaltsverzeichnis
Was findest du in einem Human Design Chart?
Die zwei Seiten deines Human Design Charts: bewusst und unbewusst
Was bedeuten die Planetensymbole in deinem Human Design Chart?
Was bedeuten die Zahlen in deinem Human Design Chart?
Die Tore: Die Zahl vor dem Punkt
Die Linien: Die Zahl hinter dem Punkt
Die Körpergrafik: Was bedeuten die farbigen und weißen Formen?
Die neun Zentren im Human Design Chart
Was bedeuten die Linien zwischen den Zentren?
Was bedeutet ein einzelnes aktiviertes Tor?
Was ist dein Human Design Typ?
Was bedeutet die Strategie in deinem Human Design Chart?
Was bedeutet deine Human Design Autorität?
Was bedeutet „Definition“ in deinem Chart?
Was bedeutet dein Human Design Profil?
Was bedeuten die vier Pfeile in deinem Human Design Chart?
Wo findest du deine Lebensaufgabe im Human Design Chart?
Was solltest du in deinem Human Design Chart zuerst anschauen?
Human Design Chart lesen: Du musst nicht alles auf einmal verstehen
Häufige Fragen zum Human Design Chart
Was findest du in einem Human Design Chart?
Je nachdem, wo du deinen Human Design Chart erstellst, kann die Darstellung etwas unterschiedlich aussehen. Die grundlegenden Informationen bleiben jedoch dieselben.
Im Zentrum siehst du in der Regel die Körpergrafik — die sogenannte Bodygraph.
Daneben findest du zwei Spalten mit Planetensymbolen und Zahlen.
Außerdem enthält deine Chart-Auswertung Angaben wie:
- deinen Human Design Typ
- deine Strategie
- deine Autorität
- dein Profil
- deine Definition
- deine Tore und Kanäle
- deine bewussten und unbewussten Aktivierungen
- deine Variablen
- und dein Inkarnationskreuz beziehungsweise das übergeordnete Thema deiner Lebensaufgabe
Das klingt erst einmal nach ziemlich viel.
Deshalb schauen wir uns jetzt nicht alles gleichzeitig an, sondern gehen Schritt für Schritt durch deinen Chart.
Wir beginnen den Chart von außen nach innen anzusehen.
Die zwei Seiten deines Human Design Charts: bewusst und unbewusst
Schau zunächst auf die beiden Spalten rechts und links neben deiner Körpergrafik.
Sie stehen für zwei unterschiedliche Ebenen deines Designs: deine bewusste Persönlichkeit und dein unbewusstes Desig beziehungsweise deinen Körper.
Diese Unterscheidung wird uns später noch häufiger begegnen, denn deine Tore, Linien und Kanäle können bewusst, unbewusst oder in einer Kombination aus beiden aktiviert sein.
Die bewusste Seite (rechts)
Die bewusste Seite wird der Persönlichkeit zugeordnet. Hier findest du Qualitäten, mit denen du dich selbst häufig leichter identifizieren kannst.
Wenn du später einzelne Aktivierungen dieser Seite genauer kennenlernst, kann es sein, dass du denkst: Ja, klar. Das kenne ich von mir.
Diese Ebene kann sich unter anderem in deinen Gedanken, Meinungen, Worten, Handlungen und deinem Selbstbild zeigen.
Die unbewusste Seite (links)
Die andere Seite wird deinem Design beziehungsweise deinem Körper zugeordnet. Diese Qualitäten wirken stärker automatisch.
Das Spannende daran ist: Viele dieser Eigenschaften sind für andere Menschen oft viel offensichtlicher als für dich selbst.
Vielleicht kennst du Situationen, in denen jemand etwas über dich sagt und du überrascht antwortest: „Wirklich? So nimmst du mich wahr?“
Genau hier kann deine unbewusste Seite besonders interessant werden. Sie beschreibt Qualitäten, die dein Körper und deine Ausstrahlung mitbringen, ohne dass du sie permanent bewusst steuerst oder wahrnimmst.
Beide Seiten gehören gleichermaßen zu dir
Es geht dabei nicht darum, dass eine Seite wichtiger wäre als die andere. Deine Persönlichkeit und dein Körper bilden gemeinsam dein Design.
Wenn du später einzelne Tore oder Kanäle untersuchst, lohnt es sich deshalb immer auch zu schauen:
Ist diese Aktivierung bewusst oder unbewusst?
Denn das kann einen Unterschied darin machen, wie du sie selbst wahrnimmst.
Was bedeuten die Planetensymbole in deinem Human Design Chart?
Neben den Zahlen in den beiden äußeren Spalten findest du verschiedene Planetensymbole.
Unter anderem begegnen dir dort: Sonne, Erde, nördlicher und südlicher Mondknoten, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto.
Jeder dieser Planeten gibt der jeweiligen Aktivierung eine bestimmte Färbung beziehungsweise einen Filter.
Du kannst dir das ein bisschen wie verschiedene Geschmacksrichtungen vorstellen.
Das Tor zeigt ein bestimmtes Thema. Der Planet beeinflusst, in welchem Zusammenhang dieses Thema in deinem Design zum Ausdruck kommt.
Du findest beispielsweise eine Sonneaktivierung auf deiner bewussten Persönlichkeitsseite und eine Sonnenaktivierung auf deiner unbewussten Designseite.
Dasselbe Prinzip begegnet dir bei den anderen planetaren Aktivierungen.
Wenn du gerade erst mit Human Design beginnst, musst du allerdings nicht sofort die Bedeutung jedes einzelnen Planeten lernen.
Für den Anfang reicht es, Folgendes zu verstehen:
Planet → Tor → Linie
Mit jeder Ebene wird die jeweilige Aktivierung deines Charts genauer differenziert.
Was bedeuten die Zahlen in deinem Human Design Chart?
Jetzt schauen wir direkt neben die Planetensymbole.
Dort findest du Zahlen, die beispielsweise so aussehen können: 34.2
Diese beiden Zahlen haben unterschiedliche Bedeutungen.
Die Zahl vor dem Punkt bezeichnet dein Tor.
Die Zahl nach dem Punkt bezeichnet die Linie.
Schauen wir uns beides genauer an.
Die Tore: Die Zahl vor dem Punkt
Nehmen wir wieder unser Beispiel: 34.2
Die 34 ist das Tor.
Im Human Design gibt es insgesamt 64 Tore. Sie stehen mit den 64 Hexagrammen des I Ging in Verbindung.
Jedes Tor trägt ein bestimmtes Thema beziehungsweise eine bestimmte energetische Qualität.
Die Kombination aus Planet und Tor macht die Aktivierung bereits spezifischer.
Und auch hier spielt wieder eine Rolle, auf welcher Seite du die Zahl findest.
Bewusst aktiviertes Tor
Findest du das Tor auf deiner Persönlichkeitsseite (rechte Spalte), kann dir seine Qualität relativ vertraut sein. Du erkennst dich möglicherweise schnell darin wieder.
Unbewusst aktiviertes Tor
Findest du es auf deiner Designseite (linke Spalte), kann sich die Qualität stärker über deinen Körper und deine Ausstrahlung zeigen. Es kann deshalb vorkommen, dass andere Menschen diese Seite von dir deutlicher erkennen als du selbst.
Schau jetzt einmal in deinen Chart.
Sieh dir die Zahlen neben deinen Planeten an.
Du musst noch nicht wissen, wofür jedes einzelne Tor steht.
Versuche zunächst nur zu erkennen: Welche Zahl ist das Tor?
Sobald du das Prinzip verstanden hast, kannst du jede Aktivierung deines Charts zumindest formal lesen.
Die Linien: Die Zahl hinter dem Punkt
Jetzt schauen wir auf die zweite Zahl unseres Beispiels: 34.2
Die 2 hinter dem Punkt ist die Linie.
Im Human Design gibt es sechs Linien.
Sie differenzieren die Qualität eines Tores noch einmal weiter.
Vereinfacht können wir also sagen:
Der Planet gibt einen Filter. Das Tor gibt ein Thema. Die Linie zeigt eine weitere Differenzierung dieses Themas.
Du kannst jetzt einmal durch deinen Chart gehen und nur auf die Zahlen hinter dem Punkt schauen.
Welche Linien findest du besonders häufig?
Taucht zum Beispiel immer wieder eine 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 auf?
Das kann später ein spannender Ausgangspunkt sein, um tiefer in dein individuelles Design einzusteigen.
Und diese Linien brauchen wir gleich noch einmal – denn aus zwei ganz bestimmten Linien entsteht dein Profil.
Die Körpergrafik: Was bedeuten die farbigen und weißen Formen?
Jetzt richten wir unseren Blick in die Mitte deines Human Design Charts.
Hier findest du die eigentliche Körpergrafik.
Sie besteht aus neun geometrischen Formen, die im Human Design als Zentren bezeichnet werden.
Manche dieser Zentren sind bei dir farbig.
Andere sind weiß.
Und genau dieser Unterschied ist wichtig.
Farbige Zentren: definierte Zentren
Ist ein Zentrum farbig, wird es als definiert bezeichnet.
Hier steht dir eine bestimmte Energie innerhalb deines Designs relativ konstant zur Verfügung.
Ich benutze dafür gerne das Bild einer Lampe:
In einem definierten Zentrum ist das Licht an.
Hier gibt es eine Energie, die verlässlich in deinem Design vorhanden ist und die du auch in deine Umgebung ausstrahlst.
Definierte Zentren können dadurch auf stabile Qualitäten, Fähigkeiten und Charakterzüge hinweisen.
Weiße Zentren: undefinierte Zentren
Ist ein Zentrum weiß, wird es als undefiniert bezeichnet.
Hier funktioniert deine Energie anders.
Statt konstant auszusenden, bist du stärker wahrnehmend und aufnehmend.
Du kannst die Energie deiner Umgebung und anderer Menschen in diesem Bereich besonders intensiv wahrnehmen.
Genau deshalb können diese Zentren große Sensibilitäts- und Lernbereiche in deinem Leben darstellen.
Das bedeutet nicht, dass dir in einem weißen Zentrum etwas fehlt.
Im Gegenteil: Gerade hier kann mit der Zeit sehr viel Wahrnehmung und Weisheit entstehen.
Vereinfacht kannst du dir merken:
Definiert = konstant und aussendend.
Undefiniert = aufnehmend und wahrnehmend.
Die neun Zentren im Human Design Chart
Schauen wir uns jetzt kurz an, welche neun Zentren du überhaupt in deiner Körpergrafik findest.
- Kopfzentrum: Ganz oben findest du das Kopfzentrum. Hier geht es um Inspiration und mentalen Druck.
- Ajna-Zentrum: Direkt darunter befindet sich das Ajna-Zentrum. Es steht unter anderem für Konzepte und mentale Verarbeitung.
- Kehlzentrum: Das Kehlzentrum ist mit Ausdruck, Kommunikation, Manifestation und Sichtbarkeit verbunden. Hier geht es darum, wie etwas Ausdruck in der Welt findet.
- G-Zentrum: Das G-Zentrum steht unter anderem mit Identität, Richtung und Liebe in Verbindung.
- Herz-/Egozentrum: Hier begegnen uns Themen wie Willenskraft, Ziele und Durchsetzungskraft.
- Sakralzentrum: Das Sakralzentrum steht für Lebens- und Umsetzungskraft. Hier geht es um Energie zum Arbeiten, Erschaffen und Aufbauen.
- Solarplexuszentrum: Im Solarplexuszentrum begegnen uns Emotionen und Stimmungen.
- Milzzentrum: Das Milzzentrum ist unter anderem mit Intuition und körperlichem Gespür verbunden.
- Wurzelzentrum: Das Wurzelzentrum bringt Antrieb und Druck in unser System und kann uns Energie dafür geben, ins Tun zu kommen.
Schau jetzt auf deine neun Zentren. Bevor du dich mit allen Details beschäftigst, stelle dir zunächst nur zwei Fragen:
Welche Zentren sind bei mir definiert?
Und:
Welche Zentren sind bei mir weiß beziehungsweise undefiniert?
Allein diese Unterscheidung gibt dir bereits eine erste Orientierung darüber, wo deine Energie eher konstant ist und wo du besonders wahrnehmend sein kannst.
Was bedeuten die Linien zwischen den Zentren?
Zwischen deinen Zentren verlaufen verschiedene Linien.
Hier kommen die Kanäle ins Spiel.
Ein Kanal verbindet zwei Tore und damit zwei Zentren miteinander.
Wenn beide gegenüberliegenden Tore aktiviert sind, entsteht eine vollständige Verbindung.
Du kannst dir das wieder wie eine Stromleitung vorstellen:
Ist der Kanal vollständig definiert, fließt dort konstant Energie.
Ein definierter Kanal kann deshalb auf stabile Themen, Talente und
Charakterzüge innerhalb deines Designs hinweisen.
Auch Kanäle können unterschiedliche Aktivierungen enthalten.
Sie können: bewusst und unbewusst aktiviert sein.
Jetzt verstehst du vielleicht auch, warum wir ganz am Anfang mit den beiden Seiten deines Charts begonnen haben.
Denn diese Unterscheidung zieht sich durch verschiedene Ebenen deines Designs.
Was bedeutet ein einzelnes aktiviertes Tor?
Vielleicht siehst du in deiner Körpergrafik Linien, die nur teilweise eingefärbt sind.
Das bedeutet: Ein Tor ist aktiviert, aber das gegenüberliegende Tor fehlt.
Dadurch entsteht noch kein vollständiger Kanal.
Hier können wir noch einmal genauer unterscheiden.
Hängende Tore
Ein einzelnes aktiviertes Tor an einem definierten Zentrum trägt seine eigene Torqualität.
Der vollständige Kanal entsteht allerdings erst, wenn auch das gegenüberliegende Tor aktiviert wird.
Das kann beispielsweise durch einen anderen Menschen oder auch durch einen Transit geschehen.
Dann kann sich die gesamte Verbindung zeitweise aktivieren.
Schlummernde Tore
Ein aktiviertes Tor an einem undefinierten/weißen Zentrum kann als schlummerndes Potenzial betrachtet werden.
Kommt die entsprechende gegenüberliegende Aktivierung hinzu, kann die Energie des vollständigen Kanals zeitweise erfahrbar werden.
Das ist einer der Gründe, warum Human Design in Beziehungen und Begegnungen besonders spannend wird.
Andere Menschen können mit ihrem Chart Verbindungen in unserem Chart herstellen – und umgekehrt.
Was ist dein Human Design Typ?
Neben der Körpergrafik und ihren einzelnen Aktivierungen findest du in deiner Human Design Auswertung eine weitere wichtige Information:
deinen Energietyp.
Im Human Design unterscheiden wir:
Generatoren und manifestierende Generatoren, Manifestoren, Projektoren und Reflektoren.
Generator und manifestierender Generator gehören dabei zum selben grundlegenden Energietyp.
Dein Typ gibt dir eine erste Orientierung dafür, wie deine Energie grundsätzlich mit der Welt interagiert.
Generator und manifestierender Generator
Generatoren und manifestierende Generatoren verfügen über sakrale Lebensenergie.
Ihre Strategie ist das Reagieren.
Es geht darum wahrzunehmen, was das Leben ihnen entgegenbringt, und zu spüren:
Wofür möchte ich meine kostbare Lebensenergie einsetzen?
Projektor
Der Projektor ist ein stark wahrnehmender Typ.
Er kann andere Menschen und Systeme beobachten und erkennen, wo Energie gelenkt, geleitet oder optimiert werden kann.
Manifestor
Der Manifestor trägt eine initiierende Qualität in sich.
Ein innerer Impuls kann etwas anstoßen und dadurch Bewegung in der Außenwelt erzeugen.
Reflektor
Der Reflektor nimmt seine Umgebung besonders intensiv wahr.
Über diese Wahrnehmung kann er widerspiegeln, was innerhalb einer Gruppe, Gemeinschaft oder Umgebung geschieht.
Was bedeutet die Strategie in deinem Human Design Chart?
Direkt mit deinem Energietyp verbunden ist deine Strategie.
Das Wort klingt zunächst vielleicht etwas technisch.
Im Kern geht es aber um die Frage:
Wie ist deine Energie dafür gemacht, mit dem Leben zu interagieren?
Deine Strategie ist deshalb keine weitere Regel, die du perfekt erfüllen musst.
Vielmehr kannst du sie als Einladung zum Beobachten verstehen.
Was passiert, wenn du deiner natürlichen Art der Interaktion Raum gibst?
Und was passiert, wenn du versuchst, alles ausschließlich über deinen Verstand zu steuern?
Gerade für den Einstieg in Human Design gehört deine Strategie zu den wichtigsten Informationen in deinem Chart.
Was bedeutet deine Human Design Autorität?
Neben deinem Typ und deiner Strategie findest du die Angabe Autorität.
Als ich dieses Wort zum ersten Mal gehört habe, dachte ich: Autorität?
Das klingt ja nicht gerade besonders einladend.
Aber hier geht es nicht um eine Autorität außerhalb von dir.
Ganz im Gegenteil.
Deine Autorität kannst du dir eher wie deine innere Kompassnadel vorstellen.
Sie beschreibt, auf welche Art du für dich wahrnehmen kannst, ob eine Entscheidung wirklich stimmig ist.
Je nach Chart können dir unterschiedliche Autoritäten begegnen.
Emotionale Autorität
Hier spielt Zeit eine wichtige Rolle.
Es geht darum wahrzunehmen, wie sich etwas über einen emotionalen Prozess hinweg für dich anfühlt.
Sakrale Autorität
Hier steht die Reaktion deiner sakralen Lebensenergie im Mittelpunkt.
Vereinfacht lautet die Frage: Wofür springt mein innerer Motor an?
Milzautorität
Hier geht es um ein unmittelbares intuitives und körperliches Gespür.
Was fühlt sich für mich in diesem Moment stimmig und gesund an?
Ego- beziehungsweise Herzautorität
Hier stehen Wille und Herz im Mittelpunkt.
Wofür brennt mein Herz wirklich?
Selbstprojizierende Autorität
Hier geht es darum wahrzunehmen, was mit deinem inneren Wesenskern übereinstimmt.
Mentale Autorität
Hier kann das Sprechen über die eigenen Wahrnehmungen eine wichtige Rolle spielen, um mit der Zeit klarer zu erkennen, was tatsächlich in Resonanz ist.
Keine innere beziehungsweise lunare Autorität
Beim Reflektor spielt der Mondzyklus eine besondere Rolle.
Hier geht es um einen Prozess über Zeit, in dem unterschiedlicheEnergien und Perspektiven erfahren werden können.
Was bedeutet „Definition“ in deinem Chart?
Ein weiterer Begriff, der dir in deiner Chart-Auswertung begegnen kann, ist die Definition.
Dafür schauen wir wieder auf deine Körpergrafik.
Welche deiner definierten Zentren sind durch vollständige Kanäle miteinander verbunden?
Bilden alle definierten Zentren eine einzige zusammenhängende Einheit?
Oder entstehen mehrere voneinander getrennte Bereiche?
Genau das beschreibt deine Definition.
Einfachdefinition
Alle definierten Zentren sind miteinander verbunden und bilden eine zusammenhängende Einheit.
Zweifachdefinition
Es gibt zwei voneinander getrennte Bereiche.
Das wird auch als Split bezeichnet.
Dreifachdefinition
Hier entstehen drei getrennte energetische Bereiche.
Vierfachdefinition
Hier gibt es vier getrennte Bereiche.
Deine Definition zeigt dir also vereinfacht, wie die definierten Bereiche deiner Energie innerhalb deines Charts miteinander verbunden sind.
Und auch hier können Begegnungen mit anderen Menschen interessant werden, weil deren Aktivierungen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Bereichen herstellen können.
Was bedeutet dein Human Design Profil?
Eine weitere Angabe, die du wahrscheinlich relativ prominent in deiner Chart-Auswertung findest, ist dein Profil.
Es sieht beispielsweise so aus: 1/3, 2/4, 3/5, 4/6 oder 5/1.
Aber woher kommen diese beiden Zahlen eigentlich?
Dafür kehren wir zu den Linien zurück, die wir am Anfang kennengelernt haben.
Dein Profil setzt sich aus zwei bestimmten Linien deiner Sonne und Erde auf der Persönlichkeits- und Designseite zusammen.
Dabei wird die bewusste Persönlichkeitslinie zuerst und die unbewusste Designlinie danach gelesen.
Bei einem 5/1-Profil wäre die 5 also die bewusste und die 1 die unbewusste Linie.
Das Profil beschreibt ein wiederkehrendes Lebensmuster und gibt Hinweise darauf, wie wir lernen, handeln, Beziehungen gestalten und welche Rolle wir im Leben einnehmen.
Die sechs Linien kurz erklärt
Linie 1 – der Forscher
Die erste Linie möchte Dinge in der Tiefe verstehen, erforschen und ein stabiles Fundament entwickeln.
Linie 2 – der Eremit
Die zweite Linie ist stark mit natürlichen Talenten, Rückzug und Selektivität verbunden.
Linie 3 – der Abenteurer
Die dritte Linie lernt über eigene Erfahrungen.
Ausprobieren, experimentieren und auch Versuch und Irrtum gehören zu ihrem Weg.
Linie 4 – der Netzwerker
Bei der vierten Linie spielen Beziehungen und das eigene Netzwerk eine wichtige Rolle.
Linie 5 – der Problemlöser
Die fünfte Linie kann Lösungen und Perspektiven für andere Menschen sichtbar machen.
Linie 6 – das Vorbild
Die sechste Linie entwickelt sich über verschiedene Lebensphasen und trägt mit zunehmender Erfahrung eine Vorbildqualität in sich.
Die Kombination ist entscheidend
Dein Profil besteht nicht aus einer isolierten Linie.
Es ist gerade die Kombination der beiden Linien, die spannend wird.
Eine 1/3 verbindet beispielsweise das Bedürfnis nach einem stabilen Fundament mit dem Lernen durch eigene Erfahrungen.
Eine 2/4 verbindet Rückzug und natürliche Talente mit dem Netzwerk.
Eine 3/5 verbindet Experimentieren und Erfahrung mit einer lösungsorientierten Qualität.
Eine 5/1 verbindet die Qualität des Problemlösers mit dem Bedürfnis, Dinge zunächst gründlich zu erforschen.
Was bedeuten die vier Pfeile in deinem Human Design Chart?
Vielleicht findest du rund um den Kopf deiner Körpergrafik vier kleine Pfeile.
Diese werden als Variablen bezeichnet.
Je nach Darstellung können sie auch als L oder R angezeigt werden.
L bedeutet links.
R bedeutet rechts.
Die Variablen gehören bereits zu einer tieferen Ebene des Human Designs.
Sie beschreiben unter anderem Aspekte davon, wie du wahrnimmst, Informationen verarbeitest und dich ausrichtest.
Für den Einstieg kannst du zunächst zwei grundlegende Richtungen unterscheiden.
Pfeil nach links
Eine linke beziehungsweise aktive Variable steht stärker mit Qualitäten wie diesen in Verbindung:
Fokus, Strategie, Struktur, aktive Gestaltung und zielgerichtete Verarbeitung.
Pfeil nach rechts
Eine rechte beziehungsweise rezeptive Variable steht stärker für:
Offenheit, Wahrnehmung, Empfangen und natürliches Entfalten.
Als ganz grobes Bild kannst du dir den Unterschied ähnlich wie Yang und Yin vorstellen:
Links ist stärker aktiv und fokussiert.
Rechts stärker rezeptiv und wahrnehmend.
Die Variablen gehen allerdings sehr viel tiefer.
Wenn du Human Design gerade erst kennenlernst, würde ich deshalb nicht versuchen, hier sofort alles zu entschlüsseln.
Es ist vollkommen in Ordnung, zunächst zu wissen:
Ah, dafür sind diese vier Pfeile da.
Und später tiefer einzutauchen.
Wo findest du deine Lebensaufgabe im Human Design Chart?
Kommen wir zu einer Information, die viele Menschen besonders neugierig macht: die Lebensaufgabe.
Im Human Design wird dieses übergeordnete Lebensthema über vier zentrale Aktivierungen betrachtet: deine bewusste Sonne, deine bewusste Erde, deine unbewusste Sonne und deine unbewusste Erde.
Aus diesen vier Aktivierungen ergibt sich dein Inkarnationskreuz beziehungsweise das übergeordnete Thema deiner Lebensaufgabe.
Wenn du auf die beiden Spalten neben deiner Körpergrafik schaust, findest du Sonne und Erde jeweils ganz oben.
Und trotzdem würde ich dir nicht empfehlen, deine gesamte Human-Design-Reise mit deiner Lebensaufgabe zu beginnen.
Warum?
Weil deine Lebensaufgabe nicht isoliert vom Rest deines Designs existiert.
Dein gesamtes Design gehört zusammen.
Wenn du beginnst zu verstehen, wie deine Energie grundsätzlich funktioniert, wie du mit dem Leben interagierst, wie du Entscheidungen triffst, wo deine Energie konstant ist, wo du besonders wahrnehmend bist und welche Rolledu im Leben einnimmst, dann näherst du dich auch deinem übergeordneten Lebensthema auf einer ganz anderen Ebene.
Was solltest du in deinem Human Design Chart zuerst anschauen?
Jetzt kennst du die wichtigsten Elemente, die dir in deinem Chart begegnen können.
Und vielleicht fragst du dich:
Wo soll ich denn nun wirklich anfangen?
Meine Empfehlung wäre:
- Typ: Finde zunächst heraus, welcher Energietyp du bist.
- Strategie: Schau dir an, welche Strategie zu deinem Typ gehört.
- Autorität: Beschäftige dich mit deinem inneren Entscheidungsprozess.
Diese drei Bereiche bilden eine wichtige Grundlage, weil du sie direkt in deinem Alltag beobachten kannst.
Danach kannst du weitergehen.
- Zentren: Welche deiner neun Zentren sind definiert und welche undefiniert?
- Profil: Welche beiden Linien bilden dein Profil?
- Definition: Wie sind deine definierten Zentren miteinander verbunden?
- Kanäle und Tore: Welche individuellen Aktivierungen findest du in deiner Körpergrafik? Sind sie bewusst oder unbewusst?
- Planeten und Linien: Wenn du tiefer gehen möchtest, kannst du deine einzelnen Aktivierungen immer genauer differenzieren.
- Variablen und weitere Ebenen: Die tieferen Ebenen deines Charts dürfen später dazukommen.
- Lebensaufgabe: Betrachte dein Inkarnationskreuz nicht isoliert, sondern immer mehr im Zusammenhang mit deinem gesamten Design.
Human Design Chart lesen: Du musst nicht alles auf einmal verstehen
Wenn du jetzt noch einmal auf deinen Human Design Chart schaust, sieht er vielleicht schon ein kleines bisschen anders aus.
Die vielen Informationen sind nicht mehr einfach nur irgendwelche Zahlen, Linien und Kästchen.
Du weißt jetzt:
- Die beiden Seiten zeigen bewusste und unbewusste Aktivierungen.
- Die Symbole stehen für Planeten
- Die Zahl vor dem Punkt zeigt ein Tor.
- Die Zahl hinter dem Punkt zeigt eine Linie.
- Die farbigen und weißen Formen sind deine neun Zentren.
- Die Verbindungen zwischen ihnen sind Kanäle.
- Typ, Strategie und Autorität geben dir grundlegende Informationen über deine Energie und deinen Entscheidungsprozess.
- Dein Profil setzt sich aus zwei Linien zusammen.
- Deine Definition beschreibt die Verbindung deiner definierten Bereiche.
- Die vier Pfeile gehören zu deinen Variablen.
- Und Sonne und Erde auf beiden Seiten spielen eine zentrale Rolle für dein Inkarnationskreuz und damit dein übergeordnetes Lebensthema.
Damit hast du eine Landkarte für deinen Chart.
Aber diese Landkarte ist erst der Anfang.
Human Design wird aus meiner Perspektive nicht dadurch lebendig, dass du möglichst viele Begriffe auswendig kennst.
Es wird lebendig, wenn du beginnst zu beobachten:
- Wo erkenne ich mich wieder?
- Welche Qualitäten sind mir völlig selbstverständlich?
- Welche Seiten von mir sehen andere vielleicht deutlicher als ich selbst?
- Wo nehme ich meine Umgebung besonders intensiv wahr?
- Wie treffe ich Entscheidungen?
- Und was verändert sich, wenn ich meiner eigenen Energie immer mehr vertraue?
Nimm dir deshalb Zeit.
Du musst deinen Chart nicht an einem Abend entschlüsseln.
Beginne mit den Grundlagen und gehe dann Schicht für Schicht tiefer.
Denn dein Human Design Chart soll kein neues Raster sein, in das du dich hineinpressen musst.
Er kann vielmehr eine Einladung sein, dich selbst bewusster wahrzunehmen und dein eigenes Design Stück für Stück kennenzulernen.
Häufige Fragen zum Human Design Chart
Was ist das Wichtigste in meinem Human Design Chart?
Wenn du gerade erst beginnst, würde ich zunächst deinen Typ, deine Strategie und deine Autorität anschauen. Danach kannst du dich mit Zentren, Profil, Definition, Kanälen und Toren beschäftigen.
Was bedeuten die Farben im Human Design Chart?
Farbige Zentren sind definiert und stehen für eine vergleichsweise konstante Energie innerhalb deines Designs. Weiße beziehungsweise undefinierte Zentren funktionieren stärker wahrnehmend und aufnehmend.
Was bedeuten die Zahlen im Human Design Chart?
Bei einer Aktivierung wie 34.2 steht die Zahl vor dem Punkt für das Tor und die Zahl nach dem Punkt für die Linie. Zusammen mit dem jeweiligen Planeten entsteht daraus eine spezifischere Aktivierung.
Was bedeuten die Linien in der Körpergrafik?
Die Verbindungen zwischen den Zentren bilden die Kanäle. Sind beide gegenüberliegenden Tore aktiviert, entsteht ein vollständig definierter Kanal.
Was bedeuten die vier Pfeile am Kopf?
Die vier Pfeile gehören zu den Variablen und führen bereits in eine tiefere Ebene deines Designs. Grundsätzlich wird zwischen einer linken, eher aktiven und einer rechten, eher rezeptiven Ausrichtung unterschieden.
Wo finde ich mein Human Design Profil?
Dein Profil wird aus bestimmten Linien deiner Sonne und Erde auf der bewussten und unbewussten Seite gebildet. Es wird beispielsweise als 1/3, 2/4 oder 5/1 angegeben.
Wo finde ich meine Lebensaufgabe?
Das übergeordnete Thema deiner Lebensaufgabe beziehungsweise dein Inkarnationskreuz steht mit deiner bewussten und unbewussten Sonne und Erde in Verbindung. Diese vier Aktivierungen findest du ganz oben in den beiden Planetenspalten.
Erstelle deinen Human Design Chart und entdecke dein Design
Wenn du beim Lesen Lust bekommen hast, deinen eigenen Chart genauer anzuschauen, kannst du dir auf meiner Website deinen persönlichen Human Design Chart inklusive Kurzanalyse kostenlos erstellen.
Dort findest du unter anderem Informationen zu deinem:
Typ, deiner Strategie, deiner Autorität, deiner Definition, deinem Profil und deinem Inkarnationskreuz sowie weiteren Ebenen deines individuellen Designs.
Öffne anschließend diesen Artikel neben deinem Chart und gehe dieeinzelnen Bereiche Schritt für Schritt durch.
Nicht alles auf einmal.
Nimm dir einen Bereich nach dem anderen vor und beobachte, was du davon tatsächlich in deinem Leben wiederfindest.
Denn am Ende geht es nicht darum, deinen Human Design Chart nur lesen zu können.
Es geht darum, dich selbst darin zu entdecken.

